Werkzeuge für die Bodenprobenahme nach LAGA PN 98

Die Bodenprobenahme gemäß den Richtlinien der LAGA PN 98 ist ein wichtiger Schritt bei der Untersuchung und Bewertung von Böden im Kontext von Umwelt- und Abfallmanagement. Um genaue und repräsentative Ergebnisse zu erzielen, ist es unerlässlich, geeignete Werkzeuge und Methoden für die Probenentnahme zu verwenden. In diesem Artikel erhalten Sie einen Überblick über verschiedene Werkzeuge, die für die Bodenprobenahme gemäß den LAGA PN 98-Richtlinien verwendet werden können. 

Vor der Probenahme:

Vor der eigentlichen Bodenprobenahme gemäß den LAGA PN 98-Richtlinien sind die Bestimmung der Materialzusammensetzung und die frühzeitige Erkennung von Gefahrenquellen notwendig. Diese Voruntersuchungen sind wichtig, um eine sichere Probenahme für Sie zu gewährleisten und dienen als Basis für das Probenahmeprotokoll. Dieses ist für die Analysen und Bewertungen im Labor relevant.

» Hier geht´s zum Probenahmeprotokoll.

1. Messinstrumente:

GPS-Gerät/Standorterfassung:

Bei der Haufwerksbestimmung ist es sehr wichtig, den genauen Standort zu erfassen. Dies ist über ein GPS-Gerät möglich, allerdings ist es nicht notwendig, ein solches zu besitzen. 

»Welche anderen Möglichkeiten Sie haben, erfahren sie hier.

 

Temperaturmessgerät:

Ein Infrarot-Thermometer ermöglicht die berührungslose Erfassung der Temperatur eines Haufwerks, indem es die von der Oberfläche des Objekts abgestrahlte Infrarotstrahlung misst und diese Informationen in genaue Temperaturdaten umwandelt. Hierbei ist kein physischer Kontakt mit dem Haufwerk erforderlich.

Feuchtigkeitsmessgerät:

Ein Feuchtigkeitsmessgerät (zwei verschiedene Modelle) wird verwendet um den Feuchtigkeitsgehalt von Bodenproben, Abfallmaterialien oder anderen Umweltproben zu messen. Die Feuchtigkeitsmessung kann in diesem Kontext wichtig sein, um sicherzustellen, dass Proben korrekt entnommen und analysiert werden, da der Feuchtigkeitsgehalt die Ergebnisse beeinflussen kann.

 

Gas-Warnmessgerät:

Ein „Gaswarnmessgerät“ ist ein Instrument zur Messung von Gasen in der Umgebungsluft und zur Ausgabe von Warnungen, wenn gefährliche Gaskonzentrationen erkannt werden. In der Probenahme werden Gaswarnmessgeräte eingesetzt, um sicherzustellen, dass keine gefährlichen Gase wie Methan oder andere toxische Gase in gefährlichen Konzentrationen freigesetzt werden, was zur Umweltverschmutzung oder Sicherheitsrisiken führen könnte. Diese Geräte sind entscheidend, um frühzeitig auf potenzielle Gefahren hinzuweisen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Messrad:

Ein „Messrad“ ist ein Messgerät, das verwendet wird, um Entfernungen oder Strecken präzise zu messen. Es besteht typischerweise aus einem Rad, das über den Boden gerollt wird, und einem Mechanismus, der die Anzahl der Umdrehungen oder Bewegungen des Rades aufzeichnet. Diese Aufzeichnungen ermöglichen genaue Distanzmessungen und finden Anwendung in verschiedenen Bereichen wie Vermessung, Kartierung, Bauwesen und Umweltuntersuchungen.

Messlatte (ausziehbar):

Die ausziehbare Messlatte ist ein handliches Werkzeug zur Längenmessung und eignet sich gut für den Transport im Auto (eine Transporthülle wird empfohlen, um das Auto vor Verschmutzung zu schützen). Sie ist hilfreich bei der Bestimmung des Volumens von Haufwerken.

Fluchtstab:

 

2. Materialbestimmung und Gefahrenanalyse:

PAK-Sprühtest:

Ein solcher Sprühtest funktioniert schnell und unkompliziert. Das zu testende Material wird mit dem Spray behandelt. Wenn eine sofortige gelb-grüne Verfärbung auftritt, lässt dies auf einen PAK-Gehalt schließen. Je  nach Anbieter kann der PAK-Gehalt genau bestimmt werden. Welcher Spray hier geeignet ist, können Sie am besten mit Ihrem Labor klären.

» Weitere Infos zu PAKs und den Sprühtest finden Sie hier.

Öltest-Papier:

Öltestpapier dient als Indikator zur Erkennung von Kohlenwasserstoffen wie Petrolether, Benzin, sowie Heiz-, Schmier-, Mineral- und Erdöl in Wasser oder Boden.

Siebe:

Siebe sind bei der Bestimmung des Großkorn hilfreich. Sie ermöglichen ebenfalls die gezielte Extraktion der gewünschten Korngrößenfraktion, abhängig von den Projektanforderungen.

Probenahme:

Die Probenahme ist ein entscheidender Schritt in der Analyse, bei dem Proben aus verschiedenen Materialien entnommen werden, um spätere Untersuchungen durchzuführen. Dabei ist es wichtig sicherzustellen, dass die entnommenen Proben nicht durch die Materialien der Probenahmegeräte kontaminiert werden. Ebenso sollte das Material der Probenahmegeräte gegenüber den in den zu untersuchenden Proben vorhandenen Substanzen neutral sein.

1. Probenahmematerial

Probenschaufel:

Für eine Probenschaufel ist unbeschichteter Edelstahl die beste Wahl, um das Risiko von Kontaminationen zu minimieren. Sie ist oft mit einer scharfen Kante oder Schneide ausgestattet, um den Boden sauber zu durchdringen und eine repräsentative Probe zu gewinnen. Bevor sie verwendet wird, sollte die Probenschaufel gründlich gereinigt und von eventuellen Rückständen vorheriger Proben befreit werden, um Kontaminationen zu verhindern. 

Probenstecher/Bohrstock:

Ein Probenstecher oder Bohrstock besteht oft aus Metall und hat eine schmale, zylindrische Form mit einer scharfen Spitze, die es ermöglicht, Bodenproben in bestimmten Tiefen zu entnehmen. Dieser sollte vor Gebrauch gründlich gereinigt werden, um Kontaminationen zu vermeiden. Dieses Werkzeug eignet sich besonders für die gezielte Entnahme von Bodenproben aus verschiedenen Tiefen.

» Unterschiede zwischen Bodenbohrer, Probenstecher/Bohrstock und Proben-Bodenstecke 

Proben-Bodenstecher:

Der Bodenstecher hat oft eine schmale zylindrische Form. Er dient dazu, Bodenproben aus oberen Bodenschichten zu entnehmen. Ähnlich wie bei anderen Probennahmewerkzeugen ist auch hier die gründliche Reinigung vor Gebrauch entscheidend, um Kontaminationen zu verhindern. Der Schlitzdurchmesser sollte stets ca. 2-3 mal so groß sein, wie das Größtkorn.

»Unterschiede zwischen Bodenbohrer, Probenstecher/Bohrstock und Proben-Bodenstecke 

Edelstahlspaten:

Ein Probenahme-Spaten ist ein unverzichtbares Werkzeug für die Bodenprobenahme.Im Unterschied zu anderen Spaten besteht er aus Edelstahl, einem robusten und korrosionsbeständigen Material. Dieses gewährleistet, dass das Werkzeug lange haltbar ist und keine Kontaminationen durch Rost oder andere Materialabnutzung verursacht.

Bodenbohrer:

Der Bodenbohrer besteht aus einem länglichen Rohr oder einer Hülse, die in den Boden eingeführt wird, um Bodenproben aus verschiedenen Tiefen zu entnehmen. Bodenbohrer sind in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich, um den spezifischen Anforderungen der Probenahme gerecht zu werden.

» Unterschiede zwischen Bodenbohrer, Probenstecher/Bohrstock und Proben-Bodenstecke 

Schotterhacke:

Die Schotterhacke wird verwendet, um Haufwerke, wie z.B. Schotterhalden oder Kieshaufen, aufzuschlitzen und aufzulockern. Dies ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung des Materials und kann bei der Handhabung und Verarbeitung des Haufwerks hilfreich sein.

2. Material für die Misch- und Sammelprobenvorbereitung:

Eimer:


Die Wahl zwischen einem Eimer aus Edelstahl und einem Eimer aus Kunststoff für die Probenahme von Bodenproben hangt von verschiedenen Faktoren ab. Bei Proben, die auf Schadstoffe oder chemische Verbindungen untersucht werden, kann die Verwendung eines Edelstahleimers vorgeschrieben sein. Edelstahl ist in der Regel weniger reaktionsfähig als Kunststoff und bietet eine geringere Wahrscheinlichkeit von Kontaminationen durch das Material des Eimers selbst.

Baufolie:

Baufolie wird verwendet, um den Boden vor der Entnahme von Bodenproben abzudecken und zu schützen. Dies ist besonders relevant, wenn auf der Oberfläche des Bodens Materialien wie Schotter, Kies oder Asphalt vorhanden sind. Baufolie wird über die zu probennahmende Fläche gelegt, um sicherzustellen, dass die entnommenen Bodenproben nicht durch diese oberen Schichten kontaminiert werden. Die Folie bildet eine Barriere zwischen den oberen Schichten und dem darunter liegenden Boden, wodurch die Qualität und Repräsentativität der Proben gewährleistet wird. 

Probenkreuz:

Ein „Probenkreuz“ ist eine Methode zur Probenahme, die oft verwendet wird, um eine Probe zu verjüngen oder zu mischen. Diese Technik wird besonders in Laboren oder bei wissenschaftlichen Untersuchungen eingesetzt, um sicherzustellen, dass die entnommene Probe homogen und repräsentativ ist.

»Hier geht’s zur Anwendung des Probenkreuzes. 

Probentransport:

Der Probentransport im Rahmen der LAGA PN 98 spielt eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Genauigkeit und Zuverlässigkeit von Umweltuntersuchungen und Analysen. Die sorgfältige Planung, Durchführung und Dokumentation der Probenlagerung während des Transports und im Labor ist ein wesentlicher Schritt in der Analyse. Dafür sind dicht schließende, gereinigte Behälter erforderlich, die eine Beeinflussung der Probe durch Materialbestandteile ausschließen. Bei der Analyse anorganischer Inhaltsstoffe können auch Kunststoffbehälter verwendet werden. Einige Proben erfordern jedoch den Transport in speziellen Sondergefäßen, um potenzielle Verunreinigungen zu vermeiden und die Unversehrtheit der Proben sicherzustellen.

Gefäße für den Probentransport:

Sondergefäße:

Sondergefäße sind von entscheidender Bedeutung für sichere und vorschriftsmäßige Bodenprobenahmen. Besonders bei Proben, die auf Schadstoffe oder Schwermetalle getestet werden, sind diese speziellen Gefäße unverzichtbar, um Kontaminationen zu verhindern. Sie bieten einen Schutzschild gegen äußere Einflüsse und gewährleisten die Sicherheit bei gefährlichen Proben.

 

Kühlbox mit Kühlakkus:

Eine „Kühlbox mit Kühlakkus“ ist ein äußerst nützliches Werkzeug beim Transport von Proben, da sie die sichere Aufbewahrung bei den erforderlichen Temperaturen gewährleistet. Dies ist besonders wichtig für empfindliche Proben, die Temperaturschwankungen ausgesetzt sind oder bei niedrigen Temperaturen aufbewahrt werden müssen, um verlässliche Ergebnisse zu erzielen.

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