Technisches Bauwerk:

Laut der ErsatzbaustoffV stellt ein „technisches Bauwerk“ eine mit dem Boden verbundene Anlage oder Einrichtung dar.

Sowohl Bahnbauwerke als auch Straßenbauwerke oder Lärm- und Sichtschutzwälle sowie Baugruben und Parkplätze gehören dazu. Insbesondere bei Geländeauffüllungen oder Sicherungsbauwerken zur Böschungsstabilisierung in Tagebauen sowie Abgrabungen werden große Mengen mineralischer Ersatzbaustoffe benötigt.

Mineralische Abfälle:

Als mineralische Abfälle werden die Materialien bezeichnet, welche beim Abbruch oder Rückbau von Bauten, aber auch beim Um- oder Ausbau zur Erhaltung von Gebäuden entstehen. Neben der Bauwirtschaft können mineralische Abfälle auch aus der Industrie entstammen. Sie stellen eine reichhaltige Rohstoffquelle dar, welche durch professionelles Vorgehen bei der Aufbereitung wiederverwendet werden können.

Mengenmäßig gesehen stellen diese Materialien deutschlandweit den größten Abfallstrom dar.

Insbesondere Bodenmaterial, Bauschutt, Straßenaufbruch, aber auch Schlacken, Aschen oder Sande gehören dazu.

Grundsätzlich definiert das KrWG diejenigen Stoffe oder Gegenstände als Abfall, derer sich ihr Besitzer entledigt. Diese Abfälle können verwertet oder beseitigt werden und sind in Abfälle zur Verwertung oder Abfälle zur Beseitigung zu kategorisieren.

Nebenprodukte:

Die ErsatzbaustoffV regelt den Umgang mit mineralischen Ersatzbaustoffen. Diese Baustoffe könne aus Recyclingmaterial oder Abfällen, aber auch aus Nebenprodukten gewonnen werden. Diese Begrifflichkeit wird im Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (KrWG) definiert:

Nebenprodukte sind Stoffe, welche bei einem Herstellungsprozess anfallen, dessen grundlegender Zweck nicht in der Herstellung dieses Stoffes liegt. Wenn dieses Material wiederverwendet wird und dafür kein überdimensionales industrielles Verfahren zur Vorbehandlung nötig wird, zählt dieser Stoff nicht als Abfall, sondern als Nebenprodukt.

Materialklassen:

Unter den Materialklassen versteht sich eine Kategorisierung mineralischer Ersatzbaustoffe derselben Art und Herkunft, welche sich allerdings in der jeweiligen Materialqualität aufgrund verschiedener Materialwerte unterscheiden. In der Ersatzbaustoffverordnung findet sich eine Auflistung der 16 Kategorien, wozu beispielsweise Hochofenstückschlacke (HOS), Hüttensand (HS) oder Gleisschotter (GS) zählen.

Materialwerte:

Gemäß ErsatzbaustoffV stellen Materialwerte Grenzwerte und Orientierungswerte eines mineralischen Ersatzbaustoffs oder einer Materialklasse dar.

Für jeden mineralischen Ersatzbaustoff ergeben sich stoffspezifische Orientierungswerte, wozu beispielsweise folgende zählen:

  • Nickel,
  • pH-Wert
  • Quecksilber
  • Zink
  • Arsen
  • Blei
  • Elektrische Leitfähigkeit

Einige Bodenmaterialwerte müssen sowohl im Feststoff als auch im Eluat beprobt werden.

Recyclingbaustoff:

Als Recyclingbaustoff versteht sich gemäß der EBV ein mineralischer Baustoff, welcher durch die Aufbereitung von mineralischen Abfällen, entsteht. Diese mineralischen Abfälle fallen bei Baumaßnahmen oder der Herstellung von mineralischen Bauprodukten an.

Bodenmaterial:

Die ErsatzbaustoffV regelt auch den Einsatz von Bodenmaterial. Darunter versteht sich eine Substanz aus dem Untergrund oder dem Ober- bzw. Unterboden, welches ausgehoben, abgeschoben oder in einer Aufbereitungsanlage behandelt wird.

Gemisch:

Unter einem Gemisch versteht sich eine Mixtur aus verschiedensten mineralischen Stoffen, wobei mindestens ein mineralischer Ersatzbaustoff vorhanden ist. An dieser Stelle zeigt sich per Definition eine große Diskrepanz zum Verständnis eines Gemisches im bautechnischen Sinne nach TL SoB-StB.

Einbauweisen:

Die einzig zulässige Bauweise oder Anwendungsmöglichkeit eines mineralischen Ersatzbaustoffes wird als Einbauweise bezeichnet. In der EBV finden sich diesbezüglich 17 für technische Bauwerke sowie 27 für spezifische Bahnbauweisen. Die Einbautabellen stellen die Zusammenfassung aller Einbauweisen dar.

Die zulässigen Einsatzmöglichkeiten ergeben sich aus der Nähe zu Wasserschutzgebieten, der Mächtigkeit und der Bodenart der Grundwasserdeckschicht sowie dem höchsten zu erwartenden Grundwasserstand.

Diese Einbauweisen der ErsatzbaustoffV betrachten allerdings nur die Umweltverträglichkeit und geben keine Hinweise bezüglich einer bautechnischen Eignung von Ersatzbaustoffen. Diese muss anhand anderer Verordnungen, Richtlinien oder Gesetze gesondert geprüft werden.

Einführung in die EBV

Im Rahmen der Mantelverordnung