Mann mit Asbestschutzkleidung und Text: Welcher Asbestkurs ist der Richtige? Alle Varianten im Überblick
Inhalt dieses Beitrags

Welche Asbest-Schulung passt zu welcher Aufgabe?

Wer im Unternehmen mit Asbest arbeitet, braucht nicht immer dieselbe Qualifikation. Entscheidend ist, ob Beschäftigte Tätigkeiten ausführen, vor Ort beaufsichtigen oder im Unternehmen die fachliche Verantwortung übernehmen. Genau daraus ergeben sich die Unterschiede zwischen Grundkurs, aufbauenden Modulen und den passenden Kombinationen.

Die Grundkenntnisse Asbest nach TRGS 519 Anlage 10 bilden dabei immer die Basis. Sie vermitteln das grundlegende Wissen zum sicheren Umgang mit asbesthaltigen Materialien und sind damit der Einstieg in das modulare Qualifikationssystem. Darauf bauen – je nach Rolle und Verantwortungsbereich – weitere Module auf.

Für Unternehmen besonders relevant sind deshalb nicht einzelne Bausteine, sondern sinnvoll zusammengestellte Kombiangebote. Sie sorgen dafür, dass Teilnehmende die Qualifikation in der Reihenfolge erwerben, in der sie später auch in der Praxis benötigt wird – vom Einstieg bis zur aufsichtführenden oder verantwortlichen Funktion.

Unsere Kombiangebote für AF und VP im Überblick

Für die Aufsichtführenden (AF) bieten wir zwei praxisgerechte Kombinationen an. Die erste Variante kombiniert Grundkenntnisse Asbest + Modul 2. Diese Kombination eignet sich für Personen, die aufbauend auf den Grundkenntnissen erste weiterführende Qualifikationen für ihre Tätigkeit im niedrigen (< 10 000 Fasern/m³) und mittleren (< 100 000 Fasern/m³) Risikobereich erwerben sollen. Insgesamt umfasst diese Kombination 22,5 LE in 3 Tagen plus staatlich abgenommener Prüfung.

Die zweite AF-Kombination verbindet Grundkenntnisse Asbest + Modul 2 + Modul 3. Sie richtet sich an Personen, die als Aufsichtführende umfassender qualifiziert werden sollen und dafür zusätzlich zu den Grundkenntnissen weitere Inhalte für die praktische Aufsicht vor Ort benötigen, da sie Arbeiten im hohen (> 100 000 Fasern/m³) begleiten sollen. Diese Kombination umfasst insgesamt 27,5 LE in 3 Tagen plus staatlich abgenommener Prüfung.

Für verantwortliche Personen (VP) bieten wir die Kombination Grundkenntnisse Asbest + Modul 2 + Modul 3 + Modul 4 an. Sie ist für Personen vorgesehen, die im Unternehmen nicht nur an der praktischen Durchführung beteiligt sind, sondern fachliche und organisatorische Verantwortung tragen. Sie verantworten Arbeiten in allen Risikobereichen. Diese Kombination umfasst 33,5 LE in 4 Tagen plus staatlich abgenommener Prüfung und bildet den umfassendsten Qualifikationsweg in eurem aktuellen Schulungsangebot.

Grundkurs als Einstieg ins modulare System

Der Kurs Grundkenntnisse Asbest nach TRGS 519 Anlage 10 ist der Einstieg in das modulare Qualifikationssystem für Tätigkeiten mit Asbest. Er vermittelt die Basiskenntnisse, die für Beschäftigte, die mit Asbest arbeiten sollen, zukünftige aufsichtführende Personen und angehende verantwortliche Personen gleichermaßen erforderlich sind. Auf dieser Grundlage bauen unsere Kombiangebote auf: Je nach Rolle können Teilnehmende den Grundkurs mit Modul 2 (niedriges und mittleres Risiko) oder mit Modul 2 und Modul 3 (alle Risikobereiche) zur Qualifikation als Aufsichtführender (AF) kombinieren. Für verantwortliche Personen (VP) stehen darauf aufbauend Qualifikationswege mit Grundkurs plus Modul 2 und Modul 4 (niedriges und mittleres Risiko) sowie mit Grundkurs plus Modul 2, Modul 3 und Modul 4 (alle Risikobereiche) zur Verfügung. So entsteht ein klar strukturierter Weg vom Einstiegskurs bis zur umfassenden Verantwortung im Unternehmen. Weitere Qualifikationsbausteine wie Q1E ergänzen dieses System für spezielle Einsatzbereiche und besondere Verfahren.

Die passenden Schulungen im Überblick:

Grundkenntnisse Asbest
Grundkenntnisse Asbest nach TRGS 519 Anlage 10 ist die verbindliche Basis für alle weiteren Module. Dabei lernen Sie typische Asbestanwendungen zu erkennen, Gesundheitsgefahren richtig einzuordnen und die Expositions‑Risiko‑Matrix sowie grundlegende Schutzmaßnahmen in der Praxis anzuwenden.
Lehrgang 1 niedriges oder mittleres Risiko (AF)
Grundkenntnisse + Modul 2: Im Fokus stehen risikobezogene Schutzmaßnahmen, arbeitsvorbereitende und arbeitsbegleitende Aufgaben, technische Schutzmaßnahmen, Einrichtung der Arbeitsbereiche, PSA, Reinigung und Entsorgung – jeweils mit praktischen Übungen. Der Lehrgang schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab.
Lehrgang 2 alle Risikobereiche (AF)
Grundkenntnisse + Modul 2 + Modul 3: Aufbauend auf Modul 2 werden technische Lüftungs‑ und Unterdrucksysteme, komplexe Baustelleneinrichtungen (z.B. Mehrkammerschleusen), erweiterte PSA‑Konzepte sowie Freigabemessungen und Erfolgskontrollen vertieft. Der Lehrgang schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab und bereitet auf anspruchsvolle Sanierungsprojekte vor.
Lehrgang 2 alle Risikobereiche (VP)
Grundkenntnisse + Modul 2 + Modul 3 + Modul 4: Neben den Inhalten für AF werden hier insbesondere Rechtsgrundlagen, Organisation des Arbeitsschutzes, Gefährdungsbeurteilung, Erstellung von Arbeitsplänen, Anzeige‑ und Dokumentationspflichten sowie Arbeitsmedizin und Entsorgung ausführlich behandelt. Die Teilnehmenden sind anschließend in der Lage, Asbestarbeiten in allen Risokobereichen rechtssicher zu planen und zu verantworten. Der Lehrgang schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab.
Die nächsten Schulungstermine
Asbest Schulungen im Überblick – Kurse, Module und Kombiangebote

Häufige Fragen und Antworten

Der Kurs richtet sich an Beschäftigte, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit asbesthaltigen Materialien in Berührung kommen oder Arbeiten im Umfeld von Asbest vorbereiten und begleiten. Er ist außerdem der verpflichtende Einstieg für alle, die später als Aufsichtführender oder verantwortliche Person zusätzliche Module absolvieren möchten.

Für viele Tätigkeiten im Umfeld asbesthaltiger Materialien können die Grundkenntnisse ausreichend sein, insbesondere wenn keine weitergehende Aufsichts- oder Verantwortungsfunktion übernommen wird. Sobald Personen Arbeiten vor Ort beaufsichtigen oder im Unternehmen fachliche Verantwortung tragen, sind in der Regel zusätzliche Module erforderlich.

AF-Kombinationen qualifizieren für die Rolle des Aufsichtführenden, der Arbeiten mit Asbest vor Ort begleitet und die Umsetzung der Schutzmaßnahmen sicherstellt. VP-Kombinationen gehen darüber hinaus und bereiten auf die Verantwortung im Unternehmen vor, zum Beispiel bei der Planung, Organisation und Dokumentation von Asbestprojekten.

Für AF bieten wir abgestufte Kombinationen an, die jeweils auf dem Grundkurs aufbauen. Je nach Bedarf können Teilnehmende den Grundkurs mit Modul 2 oder mit Modul 2 und Modul 3 kombinieren und so den Umfang ihrer Qualifikation an die spätere Rolle anpassen.

Verantwortliche Personen absolvieren ebenfalls zunächst den Grundkurs und ergänzen diesen durch weitere Module. Hier stehen Qualifikationswege mit Grundkurs plus Modul 2 und Modul 4 sowie mit Grundkurs plus Modul 2, Modul 3 und Modul 4 zur Verfügung, um unterschiedliche Verantwortungstiefen abdecken zu können.

Q1E ist ein zusätzlicher Qualifikationsbaustein für spezielle Einsatzbereiche, insbesondere anerkannte emissionsarme Verfahren.

Entscheidend sind drei Fragen: Welche Tätigkeiten sollen durchgeführt werden, welche Rolle übernimmt die Person (ausführend, AF oder VP) und in welchem Risikobereich bewegen sich die Arbeiten. Auf dieser Grundlage kann ausgewählt werden, ob der Grundkurs ausreicht oder welches Kombiangebot am besten zur gewünschten Funktion passt.

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