Warum ist das Probenahmeprotokoll wichtig?

Für die Durchführung der Probenahme ist eine sorgfältige Dokumentation wichtig. Denn gemäß den Bestimmungen der Deponieverordnung (DepV) muss der Probe ein Probenbegleitprotokoll nach DIN 19747, Anhang A, hinzugefügt werden. Es wird am besten bereits während der Probenahme erstellt und dann zusammen mit der Probe dem Labor übergeben.

Der Probennehmer ist dazu verpflichtet, ein Probenahmeprotokoll zu erstellen. Nach den Vorschriften der Deponieverordnung (DepV) müssen diese Probenahmeprotokolle dann für mindestens fünf Jahre aufbewahrt und auf Anfrage den zuständigen Behörden vorgelegt werden. Alle Verfahren und Ergebnisse der Probenahme müssen korrekt dokumentiert werden. Das Protokoll muss mindestens die hier angegebenen Informationen enthalten, kann aber natürlich auch ergänzt werden.

Es sollten sowohl eine Lagekarte der Haufwerke, Schürfe usw. mit den Entnahmestellen der einzelnen Proben als auch Fotos der Haufwerke, der Mischungen und der Laborproben dem Probenahmeprotokoll beigelegt werden.

Als Probennehmer müssen Sie angeben, ob Sie sachkundig oder fachkundig sind. Im Falle sachkundiger Probennehmer muss zwingend ein Fachkundiger das Protokoll unterzeichnen. Manchmal macht es auch Sinn, dass andere anwesende Personen ebenfalls unterschreiben. Eine Kopie des Probenahmeprotokolls muss zusammen mit der Laborprobe dem jeweiligen Labor übergeben werden.

Die Fachkunde kann durch eine qualifizierte Ausbildung oder langjährige praktische Erfahrung in Verbindung mit der erfolgreichen Teilnahme an einem Probenehmerlehrgang nach LAGA PN 98 nachgewiesen werden. Außerdem ist es notwendig, alle fünf Jahre Auffrischungskurse zu absolvieren.

Darüber hinaus ist eine abfallartenspezifische Einweisung des Probenehmers durch das akkreditierte Labor erforderlich. Eine Liste akkreditierter Labore finden Sie hier.

Das Probenahmeprotokoll gliedert sich in drei Teilbereiche. Die Projektdaten, die Daten zum Haufwerk, Probentransport und Analytik und als letzter Teil die Probendaten.

Wie Sie das Protokoll am Besten ausfüllen und was Sie beachten sollten, zeigen wir Ihnen im Folgenden:

1. Projektdaten

Der erste Teil de Probenahmeprotokolls befasst sich mit den Projektdaten im Allgemeinen. Dieses Blatt muss für jedes Projekt einmal ausgefüllt werden.

Hier werden die organisatorischen Daten eingetragen, wie etwa der Auftraggeber, das Projekt, der Standort oder die Angaben zu Oberfläche und Untergrund des zu untersuchenden Bereichs. Folgend finden Sie ein ausgefülltes Beispiel für den ersten Teil des Probenahmeprotokolls:

I. Projektdaten (für jedes Projekt einmal ausfüllen)

1. Auftraggeber:Wer erteilt den Auftrag Deutsche Umweltakademie
2. Betreiber/Betrieb:Wer ist der Grundstücks- eigentümer, wo gehört das Grundstück dazu. Salucor GmbH
3. Ort/Landkreis: Ort ohne PLZ Filderstadt, Stuttgart
4. Probenahmeort, Straße, Flurnummer und /oder GPS-Koordinaten: Daten zur Lage des Haufwerks Hauptstraße 732
5. Projekt: Name des Projektes, Kurzbeschreibung Aushub für den Fußweg
6. Projektverantworlicher (Name, Telefon, E-Mail):Wer hat die Verantwortung für das Projekt Petra Lustig, 0157-63285, petralustig@einemail.de
7. Anlass/Grund der Probenahme:Hier wird angegeben, warum eine Probenahme stattfindet

  o Beweissicherung   o Routine-/Fremdüberwachung    X Deklaration (Aushub Fußweg)    o Sonstiges:

8. Topografische Karte als Anhang:Diese wird mit dem Protokoll zusammen ausgehändigt. o ja    x Nein
9. Aktuelle Flächennutzung: Angabe, wofür die zu beprobende Stelle im moment genutzt wird. o Lagerplatz    x Sontiges: Baugrundstück
10. Oberflächenversiegelung/Untergrund:Hier können auch mehrere Möglichkeiten angekreuzt werden.    x ohne    o Asphalt/Beton    o Geo-Textil    o Versiegelung    o andere:
11. Geologischer Untergrund/Boden:Hier geht es um die Bodenart wie z.B. Lehm, Kies, Schotter, Sand, Schluff, Ton usw. Lehm
12. Bemerkungen: Bspw. "Abfall-Gelände" oder "videoüberwacht" keine Besonderheiten

2. Daten Haufwerk, Probentransport und Analytik

Der zweite Teil des Probenahmeprotokolls befasst sich mit den Daten zum Haufwerk, dem Probentransport und der Analytik. Es besteht aus insgesamt 4 Seiten, die in 5 Teile (A, B, C, D, E) gegliedert sind. Diese 4 Seiten sind je Haufwerk einmal auszufüllen. 

A: Vor-Ort-Gegebenheiten

1. Probenehmer/Dienststelle:Geben Sie hier den Name des Probenehmers ein. Petra Lustig
2. Bezeichnung Haufwerk oder Probenahmestelle:Bei nur einem Haufwerk, können Sie auf Seite 1 verweisen, ansonsten gibt man hier die jeweilige Bezeichnung an. Bodenaushub
3. Art des Haufwerks/Abfallstoffes:Hier bitte wieder genau angeben, welche Art vorliegt.

X Boden   o Bauschutt   o Asphalt   o Schotter   o Erde/Steine   o Sonstige:

o Bodenart: lehmig/sandiger Boden
4. Herkunft des Probenahmematerials/Abfalls:Woher stammt die Probe, die im Labor analysiert werden soll?

X Aushub   o Abriss Gebäude   o Rückbau Straße   o Beton-Recycling   o Sonstige:
5. Wetter/Temperatur:Wie war die Wetterlage am Tag der Probenahme ?

o sonnig   X bedeckt   o Regen   o Starkregen   o Schneefall   X ca. 13 °C
6. Vermutete Schadstoffe/Gefährdungen:Manchmal erhalten Sie im Voraus schon Informationen zu möglichen Gefahren, dann wird das hier angegeben.

o Schwermetalle   o PAK   o PCB   o MKW   o Benzin   o Btex   o CKW   o Asbest   X unbekannt   o Sonstige:
7. Lagerungsdauer:Falls möglich, beim Auftraggeber erfragen. 4 Monate
8. Lagerungsart:Wie wird das Probenmaterial gelagert und welche Abdeckung wird genutzt.

X Halde   o Container   o Big Bags   o ASP-Abfall   o Fässer   o Sammelbehälter   o Sonstige:

Abdeckung:   X ohne   o Plane   o Decke   o Sonstige:
9. Form der Lagerung:Welche Form hat das Haufwerk.

o Kegel   X Trapez   o unregelmäßige Schüttung:______________   o Sonstige:
Tooltip Beispiel 11. Volumenbestimmung/Volumen (s. auch Punkt D):Zur Bestimmung des Volumens kann gemessen oder geschätzt werden. Mehr dazu hier.

o Volumen bekannt   X Messen   o Schrittmaß   o Schätzen   o Sonstige                  Volumen: 6 m3
11. "Durchschnittliches" Größtkorn (95% - Perzentil):Es reicht hier das Augenmaß, allerdings ist es durch Sieben genauer.

o ≤ 2 mm   X > 2 mm - ≤ 20 mm >   o 20 mm - ≤ 50 mm    o 50 mm - ≤ 120 mm

o > 120 mm (Beschreibung:)
12. Rechtswert:Entfernung vom Koordinatenursprung nach Osten in Meter 48,749 Ost      Hochwert:Entfernung vom Koordinatenursprung nach Norden in Meter 9,127 Nord    X Gauß/KrügerDas Gauß-Krüger-Koordinatensystem wird in Deutschland zur präzisen geografischen Positionierung verwendet.   oder
Tooltip Beispiel Sonstige:Andere Möglichkeiten zur Standortbestimmung finden Sie hier.
13. Anwesende Person:Wer war bei der Probenahme vor Ort anwesend.  Petra Lustig, Max Meister

B: Allgemeine Daten

1. Probenhomogenisierung:Zur Homogenisierung gibt es unterschiedliche Methoden, oft wird dazu eine Schaufel genutzt.

o Mischen durch Edelstahlschüssel/Eimer   X Mischen durch Umsetzen   X Auf Folie homogenisieren   o Fass rollen   X Sonstige: Schaufeln und aufkegeln (12x)
2. Probenverjüngung:Je nach Probe, machen hier unterschielidche Verfahren Sinn. Näheres finden Sie unter Punkt 2. Info.

o Direkte Abfüllung nach intensivem Vermischen   X Fraktionierendes Schaufeln   o Probenkreuz   o Eimer Methode (Cross Riffling)   o Sonstige:
2. Info:

  • Fraktionierendes Schaufeln ist oft einfacher, weil hier genügend Material zum Abfüllen entsteht.
  • Der Vorteil des Probenkreuzes: es trennt Baustoffe. Falls bei der Kreuzprobe nicht ausreichend Material aus den zwei gegenüberliegenden Sektoren gewonnen werden kann, kann der Eimer aus den beiden anderen Sektoren aufgefüllt werden.

Wichtig: Der Eimer muss immer bis unter den Rand gefüllt sein, da ansonsten Stoffe ausgasen können.
3. Probengefäß:Je nach Material und Inhalt, machen unterschiedliche Gefäße Sinn. Jeder Eimer muss pro Sektor gut beschrieben sein.

X Eimer 5 Liter   o Braunlgas  x Liter   o Headspace  x ml   o Sonstige:
4. Vor-Ort-Untersuchung:Oft kann der Auftraggeber schon einen Hinweis geben, ob noch spezielle Untersuchungen (PAK, MKW) sinnvoll sind. Ansonsten können die eigenen Sinne auch helfen (riechen, sehen).

o PAK-Sprühtest    o RFA    o MKW (Mineralöl-Kohlen-Wasserstoff)    X Sonstige: organoleptisch unauffällig

Ergebnisse:
5. Vorbehandlung:Diese ist bei der flüchtigen Komponentenprobe wichtig und sollt so genau wie möglich angegeben werden.

o Überschichtung mit Methanol   X Sonstige: keine Vorbehandlung
6. Sonstige Bemerkung/Beobachtung:Mit Sektorbezeichnung, falls mehrere Bemerkungen dazu kommen. Hier kann alles angegeben werden, was im Voraus nicht abgefragt wurde und wichtig ist. starker Bewuchs
7. Die Beprobung wurde vollständig nach LAGA PN 98 durchgeführt: Sollte eine Probenahme nach LAGA nicht möglich sein, muss sowohl für das Labor als auch aus rechtlicher Sicht hier alles dokumentiert werden.

X Ja   o Nein

Abweichung/Begründung:

C: Anzahl der entnommenen Proben

Die Anzahle der zu entnehmenden Proben ergibt sich aus dem Volumen des Haufwerks. Hier muss dann in der folgenden Tabelle die Anzahl angekreuzt werden, denn daraus ergibt sich dann auch die Anzahl der Laborproben. Auch die Lage der Laborproben wird hierbei angegeben, also von welchem Sektor die Proben entnommen wurden. Bei trapezförmigen Haufen sind es in der Regel 6 Einzelproben je Sektor. Bei kegelförmigen sind es meist 4 Einzelproben je Sektor. Die Probenentnahmestelle kann hierbei mit einem einfachen Kreuz markiert werden.

Anzahl entnommener Proben

D: Lageskizze

Für die Skizze des Lageplans ist es besonders wichtig, alle Details, die sich nicht verändern können, festzuhalten.
Zu unveränderbaren Details zählen unter anderem Gebäude und Bauwerke, Denkmäler, Grundstücksgrenzen, topografische Merkmale (Hügel, Täler, Flüsse) und auch die Infrastrukutr ( Straßen, Brücken, Bahnlinien).
Auch sollten bauliche Einrichtungen wie Zäune und Mauern erfasst werden.

Für die Erstellung der Lageskizze sollten Sie sich nach den spezifischen Anforderungen und Standards des jeweiligen Projektes richten. Oftmals geben auch die Labore hierzu einen Hinweis.
Wichtig ist vor allem, dass der Lageplan alle notwendigen Informationen enthält, damit der Standort eindeutig identifiziert werden kann.

Lageskizze Haufwerk
Erläuterungen zur Lageskizze:Hier werden Details und Besonderheiten agegeben.  Folie hinten
Fotodokumentation:Bietet sich oft an, um die Lage noch genauer festzuhalten. Wird mit dem Protokoll abgegeben.   X Ja   o Nein

E: Probentransport, -lagerung, Analytik

1. Untersuchungsstelle/Labor:Akkreditiertes Labor, das die Analysen erhält. Eine Liste dieser Labore findet man unter www.resymesa.de.   Umweltlabor Fritz
2. Probenüberführung und Lagerung bis zur analytischen Untersuchung:

 o Mit PKW ins Labor   X Per Kurierdienst   o Per Post-Versender   X Sonstige: kühl und dunkel sofort ins Labor

Transportdauer mit Datum und Uhrzeit: 15.06.2023 14:35 Uhr, Transportdauer 1 Tag

o ungekühlt   X gekühlt       X Temperatur ca. 7 °C       X dunkel
3. Labornummer:Wird vom Labor ausgefüllt. 513527
4. Hinweis an die Untersuchungsstelle:Alles, was das Labor berücksichtigen soll, wird hier vermerkt.

 o Nicht homogenisiert    o Dringlichkeit der schnellen Untersuchung    o Hot-Spot separat untersuchen    X Sonstige: keine weiteren Angaben
5. Eingangsdatum Analysenlabor:Wird vom Labor ausgefüllt. 16.06.2023
6. Vereinbarte Rückstelldauer der Laborproben:Falls mehrere Proben eintreffen und gesammelt untersucht werden sollen.  3 Monate

3. Probendaten

Der dritte und letzte Teil des Probenahmeprotokolls nach LAGA PN 98 widmet sich den Daten der Probe. Dieser Teil ist für jede Mischprobe oder Hot-Spot-Probe einzeln auszufüllen und mit dem restlichen Protokoll abzugeben. Die Probendaten sind gegliedert in 2 Bereiche. Im ersten Teil geht es um die Proben- und Materialbeschreibung, der zweite Teil beschäftigt sich mit der Probenahme.

A: Proben- und Materialbeschreibung

1. Proben/Sektorbezeichnung:Eine genaue Bezeichnung ist vor allem bei mehreren Proben wichtig.  obere Randprobe 2
2. Probenahmedatum/Uhrzeit:Wann die Probe entnommen wurde. Jede Probe kann eine andere Zeitangabe haben.  15.06.2023/14:42 Uhr
3. Material-/Bodenart:Hier bitte genau angeben, was die Probe für Material enthält. Ist es lehmiger Boden, Schluff, Ton. Sind Glassplitter darin usw.

 o Sand    X Lehm    o Ton    o Sonstige:

 Hauptbestandteile:  o Holz   o Asphalt   o Schotter   o Kunsttoff   o Metall

X Boden ca. 80 Vol.-%   o Bauschutt ca. xx Vol.-%

X Sonstiges: Steine/Schotter ca. 20 Vol.-%

Visuell homogen:   X Ja   o Nein   Bodenart: Lehm

Konstistenz:   X fest   o schlammig   o staubig   o stückig/brüchig   o plattig   o sandig

o Sontiges:

Geruch:   X unauffällig   o auffällig nach ➔   o modrig   o erdig   o faulig   o teerig   o chemisch   o aromatisch

Fremdbestandteile mineralisch:   o Ziegel ca. xx Vol.-%   o Beton ca. xx Vol.-%   
   o Bauschutt gemischt ca. xx Vol.-%   o Asphalt/Teer/Bitumen ca. xx Vol.-%

o Schlacke ca. xx Vol.-%

Fremdbestandteile nicht mineralisch:   o Metalle ca. xx Vol.-%   o Holz ca. xx Vol.-%   o Kunststoffe ca. xx Vol.-%   X Wurzeln ca. 1-2 Vol.-%

B: Probenahme

1. Volumen Einzelprobe:Wird in Liter angegeben.    o 0,5 (<2 mm)   X 1 (<50 mm)   o 2 (<120mm)   o Stück = Einzelprobe
2. Volumen Laborprobe:Wird auch in Liter angegeben, kommt auf die tatsächliche Menge an, die an das Labor erhält.   o 1 (<2 mm)   X 2 (5 in unserem Fall) (<20 mm)   o 4 (<50mm)   o 10 (<120mm)   o Stück = Einzelprobe
3. Aufschlussverfahren:Wie wurde der Schurfschlitz gemacht?   o Schurf durch Großgerät   X Schurfschlitz/-loch mit Schaufel   o Rammkernsondierung xx mm

o Sonstige:________________________________________   Aufschlusstiefe: ca. xx m
4. Probenahmegerät:Mit welchen Geräten wurde die Probenahme durchgeführt? Bagger, Schaufel, Großgeräten...    X Schaufel   o Bohrstock   o Hammer/Meißel   o Sonstige:
5. Sonder-/ Eintelprobe(n):Beschreibung für z.B. leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe, Benzol, Tulol, Xylol...
6. Beobachtungen:z.B. Hot-Spot, Asbest usw.