Der Einbau von mineralischen Ersatzbaustoffen:

Die Einsatzmöglichkeiten von mineralischen Ersatzbaustoffen (MEB) in technischen Bauwerken variieren für jede Ersatzbaustoffklasse und richten sich nach den folgenden Parametern:

  • 17 Einbauweisen nach EBV
  • Bodenart (Schluffiger Boden, Sand, Ton oder Lehm)
  • Mächtigkeit der grundwasserfreien Sickerstrecke
  • Lage in Bezug auf Wasserschutzbereichen (innerhalb oder außerhalb WSG III A, HSG III, Wasservorranggebiete, …)

Anforderungen:

Gemäß der EBV hat der Einbau MEB oberhalb der Grundwasserdeckschicht zu erfolgen. Diese grundwasserfreie Sickerstrecke (Informationen bezüglich der Grundwasserabstände können aus Daten der Baugrundgutachten erlangt werden) kann bereits natürlich vorliegen oder nach Zustimmung der entsprechenden Behörde künstlich hergestellt werden.
Aus dieser Mächtigkeit ergeben sich anschließend günstige oder ungünstige Einbaubedingungen.

Einbau von mineralischen Ersatzbaustoffen

In den Einbautabellen der ErsatzbaustoffV finden sich die 17 Einbauweisen für RC-Baustoffe in Abhängigkeit von den Eigenschaften der Grundwasserdeckschicht. Da der Einbau MEB nur entsprechend der Einbauklassen in den Einbautabellen erfolgen kann, ist ein gütegesicherter Einbau gewährleistet
Per Fußnotenregelungen werden weitere Einsatzmöglichkeiten für Konzentrationswerte der MEB festgelegt oder Einschränkungen im Einsatz definiert.

Die Verwendung mineralischer Ersatzbaustoffe erfordert gewisse Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten. Diese umfassen:

  • Lieferschein und Deckblatt
  •  Anzeigepflichten bei den zuständigen Behörden für einige Materialien
  • Ersatzbaustoffkataster

 

Für den Einbau MEB oder ihrer Gemische bestehen gewisse Anzeigepflichten:
Der Verwender hat der zuständigen Behörde 4 Wochen vor Beginn des Einbaus schriftlich oder elektronisch anzuzeigen, wenn:

  • Mindestens 250 m³ der Klassen RC-3, BM-F3 oder BG-F3 verbaut werden
  • Mindestens 250 m³ bestimmter Schlacken und Aschen (HMVA, SWS, CUM, …) eingebaut werden
  • Mineralische Ersatzbaustoffe in Wasserschutzbereichen oder Heilschutzquellen eingebaut werden

–> die einzige Ausnahme dieser Voranzeige stellen die Klassen BM-0, BG-0, GS-0, SKG sowie deren Gemische dar.

Folgende Angaben müssen in der Voranzeige über das einzubauende Material erfasst werden:

  • Bauherr oder Verwender
  • Materialklasse sowie Bezeichnung des mineralischen Ersatzbaustoffs bzw. Gemischs
  • Masse und Volumen
  • Einbauweise inklusive Nummer und Bezeichnung
  • Höchster zu erwartender Grundwasserstand
  • Mächtigkeit der sickerfreien Deckschicht
  • Lageskizze des Einbauortes sowie Bezeichnung und Lage des Bauvorhabens
  • Lage der Baumaßnahme zu Heilschutzquellen und Wasserschutzgebieten

Die Voranzeige wird durch eine Abschlussanzeige ergänzt. Diese wird durch den Verwender 2 Wochen nach Abschluss des Bauvorhabens ausgestellt und beinhaltet die tatsächlich eingebauten Mengen sowie die Materialklassen, welche sich aus den zusammengetragenen Lieferscheinen ergeben. Die Abschlussanzeige ist unverzüglich den zuständigen Behörden schriftlich oder elektronisch auszuhändigen.

In das Ersatzbaustoffkataster pflegt die zuständige Behörde den Einsatz von anzeigepflichtigen mineralischen Ersatzbaustoffen ein. Dabei werden die Angaben aus Vor- und Abschlussanzeige aufgenommen.
Solange kein elektronisches Kataster besteht, ist die zuständige Behörde verpflichtet, die angezeigte Verwendung MEB aufzubewahren!

Mineralische Ersatzbaustoffe

Zusammengefasst lassen sich für den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe folgende Änderungen durch das Einführen der ErsatzbaustoffV festhalten:

  • Lokalisieren des Einbauortes mit Koordinaten
  • Benennung des Verwenders und des Bauherrn
  • Schilderung der Einbausituation inklusive
    o Einbauweisen
    o Grundwasserstand
    o Lage zu Wasserschutzgebieten
    o Mächtigkeit der sickerwasserfreien Deckschicht
    o Benötigte Einbaumengen und daraus resultierend eventuelle Anzeigepflichten