Um dem Schutz von Grundwasser, Boden und Mensch zu entsprechen, legt die Ersatzbaustoffverordnung eine medienschutzbasierte Beurteilung MEB fest, welche auf dem wissenschaftlichen Fachkonzept des Umweltbundesamtes basiert.

Dabei handelt es sich bei den Materialwerten um Orientierungswerte und Grenzwerte bestimmter chemischer Parameter für mineralische Ersatzbaustoffe, welche der Zuordnung zu einer Materialklasse dienen. Diese Werte berücksichtigen lediglich die umweltschutzrelevante Beurteilung und überprüfen nicht die bautechnische Eignung eines MEB. Dafür müssen die einschlägigen Regelwerke der FGSV hinzugezogen werden.

Geringere Materialwerte bedeuten, dass der mineralische Ersatzbaustoff einer besseren Materialklasse zugeordnet werden kann.

Für Recyclingbaustoffe liegen die Materialwerte fast ausschließlich im Eluat vor. Lediglich der Schadstoff PAK wird im Feststoff erprobt.

Die Materialwerte für RC-1, RC-2 und RC-3 finden sich in Anlage 1, Tabelle 1 der EBV:

  • ph-Wert
  • elektrische Leitfähigkeit
  • Sulfat, PAP und Chrom
  • Kuper und Vanadium

In Tabelle 4 finden sich zusätzliche Materialwerte für Belastungen.

Dahingegen liegt für Bodenmaterial eine größere Anzahl an Materialwerten vor. Dabei ist bei der Analyse die Untersuchung im Eluat sowie im Feststoff wie folgt zu berücksichtigen:

  • Materialklasse BM-0
    –> Analyse im Feststoff
    –> für Sulfat erfolgt die Analyse im Eluat
  • Materialklassen BM-0*, BM-F0*, BM-F1, BM-F2 und BM-F3
    –> alle Parameter sind im Feststoff sowie im Eluat zu untersuchen

Materialwerte für Bodenmaterial und Baggergut finden sich in Anlage 1 der EBV, Tabelle 3.