Schutzkleidung bei Asbest-Arbeiten – was muss beachtet werden?

Naturgemäß sind versierte Heimwerker darauf bedacht, bei Renovierungen oder Umbaumaßnahmen in den eigenen vier Wänden selbst Hand anzulegen. Das spart Geld und in den meisten Fällen haben Hobby-Handwerker großen Spaß etwas in der Wohnung oder im Haus zu reparieren, zu erneuern oder etwas Neues zu erschaffen. So weit, so gut. Das Problem bei dieser Do-it-yourself-Methode ist, dass man oftmals unbedarft zu Werke geht und nicht bedenkt, dass vor allem in älteren Gebäuden Asbest verbaut sein könnte. Und da Asbest beziehungsweise freigesetzte Asbestfasern bekanntlich eine Gefahr für die Gesundheit darstellen, sollten bei Sanierungen und Renovierungen entsprechende Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Eine Schutzkleidung ist bei Asbest-Arbeiten elementar wichtig. Doch wie muss eine vorschriftsmäßige Schutzkleidung eigentlich aussehen, die verhindern soll, dass Asbest in die Atemwege gelangt und an der Kleidung haften bleibt?

 

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Vorsicht bei Asbest: Effektive Schutzkleidung enorm wichtig

Dass die Verwendung von Asbest seit vielen Jahren verboten ist, hat einen guten Grund: Die Gesundheitsgefahr, die von asbesthaltigen Produkten ausgeht – vor allem von freigesetzten Fasern von schwach gebundenem Asbest – ist enorm groß. Ein Verbot heißt natürlich nicht, dass das „Problem Asbest“ damit aus der Welt ist. Da man einst von diesem äußerst robusten Material begeistert war, war es als Wärme-, Schall- und Brandschutz sehr beliebt. Daher kommen schwach gebundene Asbestprodukte millionenfach unter anderem in folgenden Produkten vor und müssen identifiziert und entsorgt werden:

  • Bodenbelägen
  • Leichtbauplatten
  • Dichtungsschnüren
  • Schaumstoffen
  • Lüftungskanälen
  • Brandschutzklappen/Brandschutztüren
  • und Nachtstromspeicherheizungen

 

Wichtig ist, dass die Schutzkleidung bei Asbest-Arbeiten nur einmal verwendet und nach diesem einmaligen Einsatz ordnungsgemäß entsorgt wird. Wenn also Heimwerker in den eigenen vier Wänden loslegen wollen und Asbestprodukte vermuten, sollten sie sich bestmöglich schützen, indem sie sich einen Einweg-Overall zulegen oder sogar über eine PSA-Schutzkleidung nachdenken. PSA steht für Persönliche Schutzausrüstung – eine besondere Ausrüstung, die sich an der PSA-Benutzungsverordnung orientiert. Ebenso wichtig ist es, dass die Einweg-Schutzkleidung bei Asbest-Arbeiten ordnungsgemäß in einem dafür vorgesehenen Sack entsorgt wird. Wer also selbst tätig werden will und vermutet, dass Asbestprodukte und Asbestzementprodukte im jeweiligen Gebäude durchaus vorkommen kann, sollte sich im Vorfeld eingehend mit der Schutzausrüstung-Thematik auseinandersetzen.

 

Wie sieht die ideale Schutzkleidung bei Asbest-Arbeiten aus?

Da Asbestfasern äußert fein und mit bloßem Auge kaum erkennbar sind, muss das Material beziehungsweise müssen die Nähte der Schutzkleidung bei Asbest-Einsätzen eine hohe Dichtigkeit aufweisen. Die Luftpartikel dürfen nicht durchdringen! Eine gute Asbest-Schutzausrüstung sieht wie folgt aus:

  • Einweg-Overall mit glatter Oberfläche (damit Partikel nicht hängen bleiben)
  • Einweg-Überschuhe
  • Nitrilhandschuhe
  • Maske: FFP3-Einwegmaske oder Halb-/Vollmaske mit wechselbarem Partikelfilter
  • Vollschutzbrille mit weicher Dichtung (beispielsweise vom Hersteller Climax)
  • Elastikbänder für Hand- und Fußgelenke (als fester Arm- und Beinabschluss).

 

Welche Schutzmaske bei Asbest-Arbeiten?

Geht es darum, Asbest zu entsorgen, muss in Sachen Schutzmaske beziehungsweise Atemschutz eine Profi-Lösung her. Da eine FFP3-Maske mit Ausatemventil gegen flüssige und feste Partikel einen 99-prozentigen Schutz gegen gesundheitsschädliche und krebserregende Stäube und Aerosole bietet, wird eine solche Maske häufig auch bei Arbeiten mit Asbest eingesetzt. Ist eine FFP3-Einwegmaske mit einem guten Partikelfilter ausgestattet, kann sie auch bis zum 30-fachen des Grenzwertes (Europäische Norm: EN 149:200+A1:2009) getragen werden. In puncto Schutzkleidung bei Asbest-Arbeiten darf eine professionelle Schutzmaske keinesfalls fehlen, allerdings gibt es hierbei keine Ideallösung. Ausgewiesene Experten müssen entscheiden, welche Schutzmasken bei einer Eternitplatten-Entsorgung oder bei einer umfassenden Asbestsanierung zum Einsatz kommen sollten. Wer zunächst auf Nummer sicher gehen will, sollte ohnehin erst einmal das eigene Heim auf Asbest testen lassen.

 

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Asbest-Arbeiten durch geschulte Sachkundige

Stellt sich nach einem Asbesttest heraus, dass schwach gebundene Asbestprodukte und/oder Asbestzementprodukte, die unter anderem in Dacheindeckungen, Fassadenverkleidungen und Lüftungsrohren vorkommen können, vorhanden sind, dürfen nur ausgebildete Experten die fachgerechte Entsorgung von Asbest übernehmen. Unternehmen, die sich mit Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten sowie mit der Entsorgung von Asbestplatten beschäftigen, müssen eine Sachkunde nachweisen. Und einen solchen Sachkundenachweis erlangen die Mitarbeiter durch eine eingehende Asbestschulung.

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Bleibt also festzuhalten, wer in einem älteren Gebäude lebt und in den eigenen vier Wänden sanieren möchte, sollte an eine gut ausgestattete Schutzkleidung denken. Asbest kann in jeglicher Form in den Räumen vorkommen, sodass eine entsprechende Schutzausrüstung zu empfehlen ist. Wenn es sicher ist, dass Asbest in den eigenen Räumlichkeiten vorhanden ist, muss ein darauf spezialisiertes Unternehmen beauftragt werden. Nur so kann verhindert werden, dass gefährliche Asbestfasern freigesetzt werden und einen gesundheitlichen Schaden anrichten.