Welche Materialien eignen sich für Trinkwasserrohre und Trinkwasserleitungen?
Nach § 14 TrinkwV dürfen nur solche Werkstoffe und Materialien für Trinkwasserrohre und Trinkwasserleitungen verwendet werden, die beim Kontakt mit Rohwasser oder Trinkwasser bestimmte hygienische Anforderungen erfüllen. Sie dürfen:
den Schutz der menschlichen Gesundheit nicht mindern,
die Färbung, den Geruch oder den Geschmack des Wassers nicht beeinträchtigen,
die Vermehrung von Mikroorganismen nicht fördern und
keine Stoffe in größeren Mengen in das Wasser abgeben, als es bei Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik unvermeidbar ist.
Daher kommen in der Trinkwasser-Installation nur Materialien und Werkstoffe zum Einsatz, die nach den Bewertungsgrundlagen des Umweltbundesamtes (BWGL) positiv bewertet und entsprechend gelistet sind. Wichtige Positivlisten sind unter anderem:
Metall‑BWGL: Positivliste trinkwasserhygienisch geeigneter metallener Werkstoffe.
Email/Keramik‑BWGL: Positivlisten möglicher Email- und keramischer Werkstoffe.
KTW‑BWGL (Kunststoff-Trinkwasser): Positivlisten für Kunststoffe und andere organische Materialien im Kontakt mit Trinkwasser.
Materialien und Werkstoffe dürfen in Wasserversorgungsanlagen nur verwendet werden, wenn sie die Anforderungen dieser Bewertungsgrundlagen nachweislich erfüllen.
Wichtig: Seit Januar 2026 sollen in der EU einheitliche, harmonisierte und rechtlich verbindliche Anforderungen an Materialien und Produkte mit Trinkwasserkontakt sowie an den Nachweis der Trinkwassereignung gelten.
Kupfer, Edelstahl oder Kunststoff – welches Material ist optimal für die Trinkwasserinstallation?
Trinkwasserrohre aus Kupfer, Edelstahl oder Kunststoff unterscheiden sich deutlich in ihren Eigenschaften, ihrer Lebensdauer und ihrer hygienischen Eignung für Trinkwasser. Bei der Auswahl des passenden Materials für Trinkwasserleitungen und Wasserleitungen kommt es darauf an, ob Kupferrohre, innenverzinnte Kupferrohre, Edelstahlrohre oder Trinkwasserleitungen aus Kunststoffrohren die technischen und hygienischen Anforderungen am besten erfüllen. So spielen etwa Korrosionsbeständigkeit, die Eignung der verschiedenen Materialien als geeignete Materialien nach DVGW-Regelwerk sowie die langfristige Qualität des Wassers in der Trinkwasserinstallation eine zentrale Rolle.
Trinkwasserrohre aus Kupfer, Edelstahl oder Kunststoff unterscheiden sich deutlich in ihren Eigenschaften, ihrer Lebensdauer und ihrer hygienischen Eignung für Trinkwasser.
Kupferrohre und innenverzinnte Kupferrohre sind vor allem in Bestandsgebäuden verbreitet, dauerhaft druckstabil und hitzebeständig, erfordern aber eine sorgfältige Beurteilung der Wasserbeschaffenheit, um Korrosionsrisiken zu vermeiden.
Edelstahlrohre gelten als sehr korrosionsbeständig, langlebig und hygienisch zuverlässig und sind daher oft die bevorzugte Wahl für anspruchsvolle Trinkwasserinstallationen, etwa in sensiblen Bereichen.
Kunststoffrohre für Trinkwasserleitungen punkten mit geringem Gewicht, einfacher Verarbeitung und guten Isolationseigenschaften, sind aber nur dann geeignet, wenn sie die UBA-/DVGW-Anforderungen für geeignete Materialien erfüllen.
Welches Material im konkreten Projekt optimal ist, hängt somit von Wasserqualität, Einsatzbereich, Temperatur- und Druckbelastung, Korrosionsrisiko sowie den jeweiligen Vorgaben nach TrinkwV und DVGW-Regelwerk ab – genau diese Aspekte werden im Seminar systematisch verglichen und bewertet.
Rechtliche Vorgaben zu Werkstoffen in der Trinkwasser-Installation
Für den Fachplaner von Trinkwasser-Installationen gilt, dass die Materialauswahl sich nach der Trinkwasserbeschaffenheit richtet. Folgende Normen und Arbeitsblätter sind zu beachten:

- DIN EN 806-2 – Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, Teil 2: Planung
- DIN 1988-200 – Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen, Teil 200: Installation Typ A (geschlossenes System)
- DVGW Arbeitsblatt W 551-8 – Anforderungen an Trinkwasseranalysen für die Beurteilung von Material- und Werkstoffeinsatz
- DVGW Arbeitsblatt W 551-6 – Instandhaltung – technische und korrosionsspezifische Hinweise (für Instandsetzungen)
Praxistipp: Vor der Materialauswahl sollten stets aktuelle Trinkwasseranalysen herangezogen werden, um mögliche Korrosionsrisiken zu minimieren und die Lebensdauer der Installation zu maximieren.
Weitere Informationen
Umweltbundesamt: Metall-Bewertungsgrundlage, 4. Änderung der Neufassung. Verfügbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5620/dokumente/metall-bewertungsgrundlage_4._aenderung_der_neufassung_de_rev01.pdf (Abgerufen am 6. März 2025).
DVGW: Materialien im Kontakt mit Trinkwasser. Verfügbar unter: https://www.dvgw.de/themen/wasser/wasserqualitaet/materialien-im-kontakt-mit-trinkwasser (Abgerufen am 6. März 2025).